Barf – Einführung

Barf – Einführung

Sicher hast du schon von der Möglichkeit gehört, deinen Hund zu barfen. Barf ist eine Abkürzung und steht für biologisch artgerechte Rohfütterung.

„Erfunden“ hat das eigentlich der Australier Ian Billinghurst, der auch das Buch „give your dog a bone“ geschrieben hat. Hier in Deutschland wurde die biologisch artgerechte Rohfütterung von der Tierheilpraktikerin Swanie Simon etabliert. Sie hat lange in den Vereinigten Staaten gelebt und dort ihren Beruf Hundetrainerin / Zwingermeisterin sowohl erlernt als auch ausgeübt. Aus diesen Erfahrungen in der Hundeernährung entwickelte sich ihre heutige Sichtweise, die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin gab ihr übriges wohl dazu.

Heute ist Swanie Simon DIE Ansprechpartnerin, wenn es um die biologisch artgerechte Rohfütterung von Hunden geht. Dabei ist ihre Sichtweise aber keinesfalls einseitig oder gar dogmatisch. Nein, Swanie vertritt die Meinung, dass ein Hund bekommen sollte, was ihm gut tut. Und sie ist strikt dagegen, die Hundeernährung zu polemisieren.  Barf ist für sie keine Futterreligion.

Das Grundkonzept

Grundlage der biologisch artgerechten Rohfütterung ist sowohl die Anatomie, als auch die Physiologie des Hundes, sowie auch seine Herkunft. Bevor der Hund zum Hund wurde, war er ein Wolf. Wölfe ernähren sich hauptsächlich von anderen Tieren. Daneben, je nach Angebot, nehmen sie auch Beeren, Kräuter, Pflanzen zu sich. Der Hund hat seinen Verdauungstrakt durch die Domestikation kaum verändert, er ist nach wie vor fast identisch mit dem des Wolfes.

Dabei hat der Hund sich natürlich in gewisser Weise auch dem Mensch angepasst und kann so nachweislich heute viel besser mit Stärke in der Nahrung umgehen, als ein Wolf. Er kann diese in gewissen Grenzen verwerten. Diese Grenzen sind deshalb wichtig, weil heutzutage viele Fertigfutter als Hauptbestandteil Getreide enthalten, da dies ein günstiger Füllstoff ist, die genannten Grenzen werden dabei jedoch eindeutig überschritten. Das Ergebnis sind viele kranke Hunde.

Grundkonzept beim barfen ist nun die Nachahmung der Ernährung von Wölfen. Es wird unterstellt, dass die Ernährung des Hundes der vom Wolf ähneln sollte, da aufgrund seiner Ausstattung und Gene diese die natürlichste für ihn sein müsste. Und nun versucht man, die Fütterung von ganzen Beutetieren nachzuahmen. Man wirft einen Blick darauf, aus welchen Bestandteilen ein Beutetier bestehen würde und wie man diese Bestandteile zur Verfügung stellen kann, bzw. diese ersetzen kann.

Das Beutetier

Um dieses Beutetier nachzuahmen, muss man natürlich erst einmal einen Blick darauf werfen, was der Wolf vom Beutetier denn tatsächlich alles fressen würde, oder anders herum, was am Ende übrig bleiben würde. Alles das, was gefressen wird, würde also sämtliche Nährstoffe enthalten, die benötigt werden. Und das sogar in einem ausgewogenen Verhältnis. Laut Aussagen von Wolfsfachleuten fressen Wölfe ihre Beute in der Regel ganz. Nur bei großen Huftieren lassen sie das Fell, die Knochen und Teile des Darmtraktes übrig. Also fressen sie meist auch Innereien, das Fell und zum Teil auch das Knochengerippe. Und so natürlich auch das, was die Beute selber zuvor gefressen hat. Das sind dann pflanzliche Bestandteile, die aber schon vorverdaut sind und erst durch diese Vorverdauung für den Fleischfresser-Verdauungstrakt verwertbar werden.

Bestandteile und ihre Wertigkeit

Denn es spielen natürlich nicht nur die Bestandteile selber eine Rolle, sondern auch, wie sie zur Verfügung gestellt werden. Das ist z.B. ein wichtiger Ansatzpunkt bei pflanzlichen Bestandteilen. Denn wollen wir diese „vorverdauten“ pflanzlichen Bestandteile zur Verfügung stellen, müssen wir natürlich auch diese Vorverdauung simulieren. Das geht einigermaßen, indem das Gemüse oder auch Obst in kleinste Bestanteile zersetzt wird, indem es püriert wird.

Bedeutung für den Hund

Bei der biologisch artgerechten Rohfütterung von Hunden werden also die Nahrungsbestandteile zum einen roh gefüttert, zum anderen in ihrer Zusammensetzung orientiert an einem Beutetier. Man füttert so viele verschiedene tierische Komponenten, wie möglich. In der Zusammenstellung  des Mengenverhältnisses orientiert man sich an der Natur, so bilden Innereien z.B. nur einen kleinen Teil, während Muskelfleisch einen Großteil ausmachen. Auch die pflanzlichen Bestandteile werden Mengenmäßig klein gehalten. Weiter wird berücksichtigt, dass Wölfe auch Kräuter verzehren, dass Fett (als Energielieferant) nicht zu kurz kommen darf und dass auch Bestandteile wie Fell und Knochen wichtige Nährstoffe liefern.

Auch die Häufigkeit der Fütterung und die Menge spielen natürlich eine Rolle. So ist es eigentlich unnatürlich, ständig die gleiche Menge zu füttern. Das käme in der Natur so wohl niemals vor, ebenso wie es keine pünktlichen Mahlzeiten gibt. Auch im Hinblick auf die gefürchtete Magendrehung macht es durchaus Sinn, die Mengen zu variieren. So trainiert man nämlich die Magenbänder und verhindert, dass diese ausleiern. Die meisten Hunde werden 2-mal täglich gefüttert, allerdings käme 1-mal tgl. der natürlichen Ernährung sicher am nächsten. Und es scheint für die Verdauung des Hundes auch durchaus zuträglich zu sein, eher größere Mengen auf einmal zu füttern, statt öfters kleinere.

Nächste Woche werden wir die einzelnen Nahrungsmittel, die beim Barfen eine Rolle spielen, näher beleuchten. Bis dahin sage ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 

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