Wie erkennt man, was im Hundefutter ist?

Wie erkennt man, was im Hundefutter ist?

Hallo und willkommen in Lucies Ernährungswelt, schön dass du wieder reinschaust. Sicher hast du dich schon oft gefragt, was das eigentlich alles bedeutet, was da so auf der Hundefutterdose oder dem Futtersack draufsteht.

Vielleicht hast du dich manchmal auch geärgert, dass da lauter Sachen draufstehen, die ja eigentlich kaum jemand versteht …

Wieso ist das eigentlich so?

Also, nicht dass ich jetzt gemein sein möchte, aber manchmal könnte da echt Absicht dahinter stecken. Wenn da jetzt zum Beispiel auf der Verpackung ständ „um die Produktionskosten niedrig zu halten, haben wir hauptsächlich minderwertiges Getreide, das bei der Mehlherstellung als Abfall angefallen ist, zugefügt“ oder „Wir haben extra Hefehydrolysat zugefügt, damit die schlechte Qualität unseres Futters nicht völlig den Magen/Darm-Trakt ihres Hundes ruiniert“, oder „seien sie ganz unbesorgt, dank der Zusetzung von DL-Methionin wird der Magen Ihres Hundes die minderwertigen Fleischquellen im Futter halbwegs kompensieren können“, na, das würde dann ja wohl keiner mehr kaufen wollen, oder?

Trickkiste im Hundefutter

Ja, man kann wohl sagen, die Futtermittelhersteller greifen da oft sehr tief in ihre Trickkiste. Und ist auch nicht mal verboten. Sie dürfen nämlich z. B. ein Futter mit der Bezeichnung „mit Hühnchengeschmack“  schmücken, da muss aber überhaupt kein Hühnchen enthalten sein. Es reicht, wenn der Geschmacksstoff enthalten ist, der dann wiederum ein Zusatzstoff ist, der deklariert werden muss. Es sei denn …

Zusatzstoffe müssen die Futtermittelhersteller nur deklarieren, wenn sie von ihnen selber zugefügt wurden. Wenn der Hersteller jetzt aber z.B. einen Rohstoff benutzt, der diesen Zusatzstoff schon beim Einkauf enthielt, muss das nicht deklariert werden. Deshalb nützt auch die ganze moderne Hinweiserei darauf, dass das Futter tollerweise ohne Zusatzstoffe ist, eigentlich gar nichts. Wissen tut das keiner, was da jetzt wirklich drin ist, nur anhand der Deklaration. 

Ganz schön gemein, oder?

Auch ein guter Trick, wenn man verschleiern möchte, dass viel mehr Getreide, als Fleisch im Futter drin ist, ist der folgende: Bei der Deklaration der Inhaltsstoffe müssen diese immer eine bestimmte Reihenfolge einhalten. Das, was am meisten vorhanden ist, muss an erster Stelle stehen. Das kennst du ja auch schon von den menschlichen Lebensmitteln. Das kann man aber leicht austricksen. Man schreibt einfach an erster Stelle Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse. Das beinhaltet dann alle, sämtlichen tierischen Bestandteile. Dann schreibt man aber nicht einfach Getreide an zweiter Stelle, sondern man schlüsselt das auf, z.B. in Maismehl, Maisfuttermehl, Weizenmehl, Weizenfuttermehl, usw. Würde man, wie beim Fleisch auch, alles zusammen fassen, käme ein viel höherer Gesamtanteil an Getreide heraus. Aber – das sieht ja natürlich blöd aus, auf der Futterdose für einen Fleischfresser. 

Ja, ist doch aber nicht alles schlecht, oder?

Nein, da hast du natürlich recht, alles ist natürlich nicht schlecht. Zum Beispiel der aktuelle Trend zum naturnahen Futter, der ist bestimmt gut! Und in dem Zusammenhang kann ich dir jetzt einen ganz einfachen Trick verraten, wie du relativ sicher erkennen kannst, dass ein Futter aus naturbelassenen Zutaten, in schonender Verarbeitung hergestellt, besteht:

Keine Vitamine und Mineralstoffe!

Ja, du hast richtig gelesen! Auf der Verpackung dürfen die Nährstoffe nicht aufgelistet sein, das ist ein Hinweis darauf, dass sie in natürlicher Form vorhanden sind. Du erinnerst dich? Alles, was zugefügt wird, muss aufgelistet sein. Nährstoffe also, die in künstlicher Form zugefügt wurden, stehen auf der Verpackung drauf. Die, die in natürlicher Form enthalten sind, stehen nicht drauf. 

Und wie erkennt man jetzt, ob auch alle wichtigen Nährstoffe drin sind?

Gar nicht, das muss man aber auch nicht. Es reicht, dass ein Futter aus ausgewogenen Zutaten zusammengestellt wurde. Diese enthalten dann logischerweise ein ausgewogenes Verhältnis der Nährstoffe, so wie von der Natur bereit gestellt. Einen Apfel für dich selber suchst du ja auch nicht nach der Liste seiner enthaltenen Nährstoffe aus, oder? 

Überhaupt, diese ganze Nährstoffezählerei …

Jetzt denk mal in Ruhe darüber nach. Entgegen der landläufigen Meinung ist es NICHT toll, wenn da auf der Verpackung steht, was da alles für tolle Nährstoffe drin sind. Denn die Auflistung bedeutet, dass diese ALLE künstlich zugefügt wurden. Und dabei weiß doch eigentlich mittlerweile jeder, dass es total ungesund ist, wenn man sich nur von Vitaminpillen und Fastfood ernährt. Und das ist ja bei einem Hund doch wohl nicht anders, oder?

Also, Qualitätsmerkmal „keine Nährstoffe“?

Genau, jetzt hast du es! Es sollten nach Möglichkeit keine Nährstoffe auf der Verpackung aufgelistet sein, dann ist das ein gutes Zeichen. Ich sehe dich schon, wie du morgen im Fressnapf eine Futterverpackung nach der anderen in die Hand nimmst und dann enttäuscht wieder ins Regal stellst … 

Das ist aber noch längst nicht alles, was man über Futtermitteldeklaration wissen sollte. Beim nächsten Mal erzähle ich dir ein bisschen darüber welche drei verschiedenen Möglichkeiten der Deklaration es gibt und welche du unbedingt vorziehen solltest.Bis dahin sag ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

Partner auf Hundeklick.de