3 Punkte-Ernährungsprogramm

3 Punkte-Ernährungsprogramm

Erinnerst du dich? Letzte Woche sind wir die Faktoren durchgegangen, die für die Gesundheit deines Hundes relevant sind.

Das waren die 4 Punkte Gene und Zucht, Ernährung, Bewegung und Auslastung und die medizinische Versorgung.

Heute wollen wir näher auf den Punkt Ernährung eingehen. Die wichtigsten Fragen, die du dir stellen musst, um eine gesunde und artgerechte Ernährung deines Hundes zu gewährleisten sind folgende:

1. Was ist artgerecht?

2. Was deckt den Bedarf an Nährstoffen? 

3. Welche gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe sollten ausgeschlossen werden?

3 Punkte, die gewährleisten können, dass dein Hund durch die Ernährung bestmöglich unterstützt wird. Allerdings muss man schon einiges wissen, um diese Fragen richtig beantworten zu können. Damit auch du das kannst, werde ich dir heute die einzelnen Punkte näher erläutern …

1. Was ist artgerecht?

In unserem Beitrag „artgerecht“ habe ich dir schon erklärt, was artgerecht in etwa beim Hund bedeutet. Um den Hund artgerecht zu definieren, ist sowohl seine Abstammung vom Wolf relevant, als auch seine Domestikationsgeschichte. Hunde sind ja seit mindestens 15.000 Jahren keine Wölfe mehr.

Trotzdem ist seine Anatomie doch noch sehr wölfisch. Sein Gebiss und sein Verdauungstrakt haben sich so gut wie gar nicht verändert. Der Hund hat Reißzähne und Schneidezähne, jedoch keine Mahlzähne. Er hat einen Schlingrachen und den Verdauungskanal eines Fleischfressers. Sein Darm ist deutlich kürzer, als der eines Pflanzenfressers und hat deutlich aggressivere Magensäure durch einen zehnfach höheren Anteil an Salzsäure.

Was ihn vom Wolf unterscheidet, ist eine verbesserte Fähigkeit, Stärke, also Kohlenhydrate, zu verdauen. Dies verdankt er gewissen Genveränderungen und Enzymen, die ihm seine Geschichte als Hund beschert hat. Im Gegensatz zum Wolf kann der Hund also durchaus auch mit Kohlenhydraten ernährt werden. Allerdings darf man das natürlich nicht umkehren und ihn nur noch damit ernähren. Dann würden ihm wichtige Nährstoffe fehlen …

Aus diesen Faktoren resultiert also, dass eine artgerechte Ernährung beim Hund aus tierischen sowie pflanzlichen Bestandteilen bestehen kann.

2. Was deckt den Bedarf an Nährstoffen?

Dieser Punkt ist nun schon ein wesentliche komplizierterer als der 1. Punkt. Die Natur hat es eigentlich recht klug eingerichtet. So ist es in der Regel so, was artgerecht für ein Tier ist, deckt auch seinen Nährstoffbedarf ab.

Da jedoch der Hund keinen rechten natürlichen „Background“ hat, kann man auch nicht einfach auf natürliche Bestandteile mit entsprechenden Nährstoffen schließen. In umfangreichen Untersuchungen wurde deshalb im Laufe der Zeit festgestellt, welche Nährstoffe Hunde brauchen, damit ihr Organismus seinen Funktionen ausreichend nachgehen kann. Grob unterteilt brauchen Hunde:

1. Proteine

2. Fette

3. Kohlenhydrate

4. Vitamine

5. Mineralstoffe

Proteine werden aus Aminosäuren gebildet. Ein Hund benötigt vor allem Aminosäuren aus tierischen Quellen, da er diese am besten verwerten kann. Für den Hund sind von den bekannten 20 Aminosäuren 10 essentiell, sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Wenn nur eine einzige dieser essentiellen Aminosäuren fehlt, können die anderen nicht mehr aufgebaut werden. Die essentiellen Aminosäuren für Hunde sind Arginin, Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalin, Threonin, Tryptophan und Valin.

Fette dienen als Energielieferanten und sind wichtig für die Synthetisierung von fettlöslichen Vitaminen. Wenn der Organismus mit zu viel Energie versorgt wird, wird diese in Form von Depotfett gespeichert. Der Hund wird zu dick.

Kohlenhydrate sind ebenfalls Energielieferanten und befinden sich hauptsächlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln. Diese kann der Hund nach entsprechender Bearbeitung (Erhitzung) gut verwerten. Zu viele Kohlenhydrate verringern jedoch die Verdaulichkeit der Proteine.

Vitamine und Mineralstoffe gehören zu den Wirkstoffen, die im Organismus wichtige Funktionen erfüllen. Vitamine sind für Wachstum, Erhaltung und Fortpflanzung erforderlich, werden jedoch nur in kleinsten Mengen benötigt. Während die meisten Hundehalter sich sorgen, ihr Hund könne nicht ausreichend mit den wichtigen Vitaminen versorgt werden, ist eine Überversorgung genauso schädlich. Heutzutage besteht eher die Gefahr einer Überversorgung, da Fertigfutter aufgrund seiner langen Haltbarkeit immer mit mehr Vitaminen ausgestattet wird, als erforderlich sind. Deshalb empfiehlt es sich, Fertigfutter zu kaufen, das kurz vor dem Verfallsdatum steht.

Und nicht nur die enthaltene Menge der Vitamine und Mineralstoffe ist wichtig, sondern auch das Verhältnis zueinander. So wird durch zu viel Phosphor z.B. die Kalziumverwertung beeinträchtigt. Und auch zu viel Vitamin D kann sich ungünstig auf den Kalziumhaushalt auswirken. Bei den Vitaminen muss noch zwischen den fettlöslichen A, D, E und K und den wasserlöslichen B, Biotin, Folsäure, Folate und C unterschieden werden. Überschüsse von fettlöslichen Vitaminen werden im Gegensatz zu den wasserlöslichen nicht ausgeschieden und können so zu Erkrankungen führen.

3. Welche gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe sollten ausgeschlossen werden?

Eigentlich hat es sich mittlerweile rumgesprochen, dass auf diverse Inhaltsstoffe im Hundefutter verzichtet werden sollte. Aus diesem Grund findet man auf vielen Verpackungen von Hundefutter mittlerweile sehr werbewirksame Aussagen wie „ohne Zusatzstoffe“ oder „ohne Konservierungsstoffe“ oder  „ohne Chemie“ und ähnliches. Ganz so einfach ist das aber denn doch nicht.

Natürlich wird nun gerne auf diverse Tricks zurück gegriffen, die verschleiern, welche Zusatzstoffe sich tatsächlich im Hundefutter befinden. Ein Beispiel sind sogenannte Antioxidantien. Jeder der dieses Wort  auf der Verpackung liest, denkt „oh ja, toll!“. Dass diese aber i. d. R. mit den „guten“ Antioxidantien nichts mehr zu tun haben und schlicht Konservierungsstoffe sind, wissen die wenigsten.

Ein weiterer Trick ist, Zutaten zu verwenden, die schon als Rohstoff Zusatzstoffe enthalten. Diese müssen nicht deklariert werden, da sie nicht selber zugefügt wurden.

Die sicherste Methode, solche diversen Zusätze auszuschließen, ist Futter zu verwenden, welches mit Zutaten in Bioqualität hergestellt wurde. Auch die Erläuterung „nur aus natürlichen Zutaten“ gibt Aufschluss darüber, dass nichts Verstecktes zugefügt wurde. Diese Definition darf nämlich nur nach strengen Richtlinien erfolgen.

Du siehst, es gibt eine Menge, das es zu berücksichtigen gilt. Nächste Woche fahren wir fort damit, der gesunden Ernährung von Hunden auf den Grund zu gehen. Bis dahin sage ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

Partner auf Hundeklick.de