Alles Roh - oder - die Analytischen Bestandteile

Alles Roh - oder - die Analytischen Bestandteile

Natürlich hast du sie auf den Hundefutterverpackungen auch schon gesehen – die analytischen Bestandteile.

Die analytischen Bestandteile werden auf der Basis der Weender –Analyse ermittelt, ein Verfahren, das schon etwa 150 Jahre alt ist. Der Sinn dieser chemischen Analyse der Hundefutterbestandteile besteht darin, festzustellen, wie viel Protein, Fett, Eiweiß und Mineralien im Futter enthalten sind.

Das Roh bezieht sich aber nicht darauf, dass diese Bestandteile im herkömmlichen Sinne roh wären, sondern darauf, dass man noch keine Aussage darüber treffen kann, wie viel davon vom Körper TATSÄCHLICH verwertet wird, also den tatsächlichen Nährwert. Um einen genauen Wert zu bekommen, müsste man noch den „Input“ mit dem „Output“ vergleichen. Im Folgenden werde ich dir erklären, was es mit diesen „rohen“ Werten genau auf sich hat.

Rohprotein

Das Rohprotein, ist ja klar, bezieht sich natürlich auf das Protein, das in dem Futter enthalten ist. Genau genommen bezieht sich der Wert auf den enthaltenen Stickstoff. Stickstoff bildet ein chemisches Element, das nur im Nährstoff Eiweiß enthalten ist. Man schließt also vom Wert Stickstoff auf das enthaltene Eiweiß. Der erste Fehler besteht darin, dass auch Substanzen mitgezählt werden, die zwar Stickstoff enthalten, aber gar kein Nährstoff sind. Der zweite Fehler besteht in dem Trugschluss, dass man daraus auf den Fleischgehalt schließen könne, bzw. auf das enthaltene tierische Eiweiß. Auch das funktioniert so nicht, denn es wird nicht nach tierischem Eiweiß und pflanzlichem Eiweiß unterschieden.

Rohfett

Als Rohfett werden nach der Weender Analyse die Bestandteile bezeichnet, die in einer Ätherlösung löslich, also fettlöslich sind. Leider geht aus diesem Wert überhaupt keine qualitative Aussage hervor, da es außer den energieliefernden Fetten noch eine ganze Reihe anderer Stoffe gibt, die in die Analyse eingehen können. Man kann nicht erkennen, ob dieses Rohfett von einem verwertbaren, qualitativ hochwertigen Fett stammt, oder ob es vielleicht von enthaltenem Harz oder gar irgendwelchen Abfallprodukten gewonnen wurde. Immer mal wieder hört man davon, dass minderwertige Fette, wie z.B. altes Frittierfett im Hundefutter verwendet worden sein sollen. Ob es wohl stimmt? Tja, wer weiß … auffallen würde es jedenfalls in den Analysewerten nicht. Selbst in minderwertigen Tiermehlen ist Fett enthalten.

Rohasche

Als Rohasche werden die Bestandteile bezeichnet, die nach einer Verbrennung  des Futtermittels bei 550 ° C übrig bleiben. Diese anorganischen Substanzen sollen einen Rückschluss auf den Mineralstoffgehalt des Futters zulassen. Aber leider, auch das funktioniert nicht so, wie man es gerne hätte. Diese Substanzen können nämlich u. a. z.B. auch Sand oder Erde sein. 

Rohfaser

Entgegen der verbreiteten Meinung ist Rohfaser nicht einfach der Anteil der Ballaststoffe. Nein, ganz so einfach ist es denn doch nicht. Es handelt sich hierbei um die Bestandteile, die nach Abzug der eben genannten, also Stickstoff, Fett und Asche und nach Behandlung mit Säuren und Laugen, übrig bleiben.  Es handelt sich hierbei also um die unverdaulichen Bestandteile. Hauptbestandteil ist die Cellulose, weshalb man auch nicht von Ballaststoffen sprechen kann. Diese bestehen nämlich nur zu etwa einem Drittel aus Cellulose und haben noch viele weitere unverdauliche Komponenten. Es werden auch keine verwertbaren Kohlenhydrate ausgewiesen, heißt, auch hier lassen die Werte keine Qualitative Bewertung zu.

Tja, ich wette, jetzt fragst du dich, wieso diese Werte überhaupt auf jeder Verpackung stehen, ja sogar gesetzlich vorgeschrieben sind. Weißt du was? Ich frage mich das, ehrlich gesagt, auch (Naja, ein bisschen weiß ich die Antwort, es ist nämlich die gleiche wie immer: billig und einfach). Wir kommen also eigentlich wieder dahin zurück, wo wir schon einmal waren: nämlich dass es elementar wichtig ist, zu wissen, was genau sich im Futter befindet. Eine offene Volldeklaration der Bestandteile ist also eigentlich zwingend erforderlich. Und falls du dich jetzt fragst, was das ist, so eine offene Deklaration. Tja, dann solltest du es machen wir beim Monopoly, gehe zurück auf Start (Lucies Ernährungswelt – 3 Wege führen zum Hundefutter).

Nächsten Dienstag lesen wir uns wieder, dann fahren wir fort damit, den Dingen auf den Grund zu gehen. Bis dahin sage ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 
 

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