Artgerecht

Artgerecht

Hallo und herzlich willkommen auch heute in Lucies Ernährungswelt. Hast du schon davon gehört?

Ich durfte testen! Ja, und zu aller Überraschung habe ich nicht die Schokolade gewählt und auch nicht das Getreide, nee, ich hab mit dem Fleisch vorliebgenommen. Mehr dazu gibt es unter  http://www.lucieshundefutterblog.de/aktion-ich-fresse-artgerecht/, da kannst du den Test sogar sehen.

Wer verfolgt, was auf dem Hundefuttermarkt so los ist, mag die ewigen Diskussionen um die richtige Ernährung müßig finden. Ich finde es deshalb wichtig, den Dingen hin und wieder mal auf den Grund zu gehen. Deshalb dache ich mir, ich werde mit dir zusammen mal den Begriff artgerecht im Bezug auf die Ernährung von Hunden ausloten. Und nein, keine Sorge, das soll jetzt nicht eine Lobeshymne zur biologisch artgerechten Rohfütterung werden. Nein, wir wollen das Thema ganz losgelöst angehen.

Der Hund – Ein Carnivora!

„Hör mal Lucy, da hast du aber einen Schreibfehler gemacht, das schreibt man doch mit e am Ende“. Nee, schreibt man nicht. Es heißt CarnivorA. Gemeint ist damit eine Ordnung der Säugetiere, zu der Hunde gehören, sowie auch Katzen, Bären, Wölfe, oder auch Wale, Haie und Krokodile. Es gibt nämlich sowohl landlebende, als auch wasserlebende Carnivora (Raubtiere). Aber das ist noch nicht das interessante daran. Interessant daran ist, dass diese Raubtiere gar nicht alle reine Fleischfresser sind. Manche sind auch sogenannte Allesfresser (Omnivoren) und es gibt sogar Pflanzenfresser (Herbivoren) darunter, ein gutes Beispiel ist da der Pandabär.

Der Hund – ein Carnivore?

„Hör mal Lucy, jetzt entscheid dich aber mal!! Was denn jetzt, e oder a??“ Ich habe mich entschieden, für beides! Es gibt nämlich auch den Begriff CarnivorE, oft auch geschrieben mit K, also Karnivore. Das ist der Begriff für Tiere, Pflanzen und Pilze, die sich hauptsächlich von tierischem Gewebe ernähren. Ja, und dazu zählen auch viele Raubtiere, also Carnivora, aber auch z.B. viele Fischarten, Spinnentiere und eben auch besagte fleischfressende Pflanzen oder Pilze. Die Frage ist jetzt nur, ist ein Hund tatsächlich zu den Carnivoren zu zählen oder nicht?

Und da kommen wir zum Problem Nr. 1! Es gibt sie nicht, die eindeutig gültige Wahrheit und somit Antwort auf diese Frage. Anfangen tut das schon damit, dass es keine eindeutige Kategorisierung der Carnivoren gibt. Was sollten denn auch typische Merkmale eines Carnivoren sein, wenn man die fleischfressende Pflanze z.B. mit einem Löwen vergleicht? Bei der fleischfressenden Pflanze werden als typische Merkmale z.B. das anlocken, fangen und töten der Beutetiere genannt. Löwen machen das aber wohl eher nicht so. Oder hast du schon mal gesehen, wie ein Löwe eine Antilope anlockt? Würde man jetzt als Merkmale Verdauungstrakt oder Gebiss anführen, tja, dann sähe es wohl für den Pandabären schlecht aus, der müsste sich dann ab sofort von Fleisch ernähren, und für die fleischfressenden Pflanzen auch, die dürften sich dann nämlich nicht mehr von selbigem ernähren.

Das Dilemma und die Lösung

Wenn du diese Problematik einmal googelst, wirst du schnell rausfinden, es gibt dafür absolut keine allgemeingültige Lösung. Das Problem ist nämlich in erster Linie, dass sich viele des Problems nicht bewusst sind. Achte einmal darauf, wie oft der Hund als Carnivore in Verbindung mit Fleischfresser genannt wird. Außerdem muss man sicher unterstellen, wäre der Hund ein reiner Carnivore, wäre er sicher schon längst ausgestorben. Oder auch, sein Vorfahre, der Wolf, würde sicher nicht auch auf pflanzliche Nahrungsquellen zurückgreifen, wenn er nicht eine gewisse Veranlagung zum Allesfresser hätte. Oder wie ist das mit Löwen? Fressen die auch schon mal Sträucher oder Gräser, wenn sie kein Beutetier zur Verfügung haben?

Der Kompromiss

Um Hunde einordnen zu können, muss man wohl zu einer Art Kompromiss greifen. Die Anatomie des Hundes lässt auf jeden Fall den Schluss zu, dass Fleisch ein großer Bestandteil seiner Ernährung sein sollte. Seine Zähne sind auf das Zerlegen und Zerreißen einer Beute ausgelegt, er hat keine Mahlzähne, mit denen er pflanzliche Bestandteile ausreichend zerkleinern könnte. Sein Verdauungstrakt ist sehr kurz, wodurch ihm kein Zeitfenster eingeräumt ist, um pflanzliche Bestandteile ausreichend zu verdauen und somit zu verwerten. Deshalb kommt vieles an pflanzlichen Bestandteilen auch unten wieder so raus, wie es oben reingegangen ist.

Andererseits hat er nach wissenschaftlicher Definition sehr wohl das ein oder andere Gen, das er zur Verwertung von pflanzlichen Bestandteilen nutzen kann. Und im Laufe der mindestens 15.000 Jahre an der Seite der Menschen ist es wohl keine Ausnahme gewesen, dass Hunde auch mit pflanzlichen Komponenten versorgt wurden.

Der Hund also doch ein Allesfresser?

Jein, würde ich sagen. Wie gesagt, es gibt einfach KEINE allgemein gültige und als alleinig richtig anzusehende Interpretation und Antwort auf die Frage. Man muss sich der gegebenen Fakten bedienen und dann daraus die richtigen Schlüsse ziehen.

Der Hund ist also ein Säugetier, das den Verdauungstrakt und auch das Gebiss eines Fleischfressers hat, jedoch an seine Umwelt in gewisser Weise angepasst ist und somit nicht als reiner Carnivore durchgeht.

Daraus jetzt den Schluss zu ziehen, der Hund könne hauptsächlich mit pflanzlichen Bestandteilen oder gar nur damit ernährt werden, ist aber wohl ein bisschen viel verlangt. Das sollte dir spätestens jetzt klar sein. Und deshalb rate ich dir, lerne die Sprache der Futtermitteldeklaration lesen. Nur dann kannst du erkennen, ob ein Fertigfutter auch tatsächlich artgerecht für einen Hund ist …

Nächsten Dienstag lesen wir uns wieder, dann fahren wir fort damit, den Dingen auf den Grund zu gehen. Bis dahin sage ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 

 

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