Barf – tierische Bestandteile – darauf muss man achten

Barf – tierische Bestandteile – darauf muss man achten

Den größten Part bei der biologisch artgerechten Rohfütterung bilden die tierischen Bestandteile.

Das ist ja logisch, denn der Hund hat den Verdauungstrakt eines Fleischfressers. Sowohl die Anatomie als auch die Physiologie des hundlichen Verdauungssystems verlangen auf jeden Fall eine ausreichende und hochwertige Versorgung mit tierischen Bestandteilen. Daran ändern auch Studien nichts, die herausgefunden haben, dass Hunde Kohlenhydrate verwerten können. Diese können die Nahrung des Hundes natürlich durchaus bereichern. Dabei kommt es aber auf Qualität und Menge an. Das ist jedoch ein Thema für einen anderen Artikel, denn heute geht es hier nur um die tierischen Bestandteile.

Die allerwichtigsten Nährstoffe in den tierischen Bestandteilen sind die Proteine. Proteine gehören zu den Grundbestandteilen aller lebenden Zellen und werden aus Aminosäureketten gebildet. Die verschiedenen Proteine werden aus unterschiedlichen Aminosäure-Zusammensetzungen gebildet. Es gibt etwa 20 Aminosäuren, wovon für Hunde 10 essentiell sind. Essentiell bedeutet, dieses müssen von außen zugeführt werden. Die restlichen werden quasi aus den zugeführten selber gebildet.

Je ähnlicher die zugeführten Proteine (Aminosäureketten)  in ihrer Zusammensetzung den körpereigenen sind, desto besser können sie verwertet werden. Auch dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Hunde tierische Proteine brauchen. Ein gutes Beispiel hierfür ist auch der Pandabär. Dieser hat sich im Laufe seiner Geschichte als eigentlicher Fleischfresser an sein Nahrungsangebot angepasst und ernährt sich vorrangig von Bambus. Da sein Organismus die pflanzlichen Proteine aber noch immer (trotz Millionen Jahren dauernder Anpassung) schlecht verwerten kann, muss er Unmengen Bambus verzehren, um seinen Nährstoffbedarf halbwegs decken zu können.

Wikipedia sagt dazu: „Je ähnlicher die Nahrungsproteine den Körperproteinen in ihrer Aminosäuren­zusammensetzung sind, desto weniger Nahrungsproteine werden für deren Aufbau benötigt.

Die essentiellen Aminosäuren

Wie schon gesagt, für Hunde sind 10 Aminosäuren essentiell. Diese MÜSSEN über die Nahrung zugeführt werden, denn sie sind die Grundlage für sämtliche Proteine. Fehlt auch nur eine einzige der benötigten Aminosäuren, können die Proteine nicht mehr korrekt gebaut werden. Das Wäre etwa so, als würde im Alphabet plötzlich ein Buchstabe fehlen. Es wäre kaum noch möglich sich sinnvoll zu verständigen, Wörter zu bilden. Die 10 essentiellen Aminosäuren sind:

Arginin: wird benötigt, um Körpereiweiße aufzubauen und auch zur Umwandlung von Harnstoff in Ammoniak. Mangel führt zu Krämpfen und Erbrechen, ist jedoch sehr selten. Bei Krebs soll Arginin das Krebswachstum hemmen können. Bedarf liegt bei etwa 56 mg/kg KM.

Histidin: ist wichtig für die Immunabwehr und die Zinkverwertung/Transport, Bedarf etwa 32mg/kg KM

Isoleucin: ist wichtig für Muskelaufbau, Bedarf ca. 61mg/kg KM

Leucin: Wichtig für Aufbau und Erhalt der Muskeln, unterstützt bestimmte Heilungsprozesse, Bedarf ca. 112mg/kg KM

Lysin: ist wichtig für Kollagenbildung, stärkt Bindegewebe, Knorpel und Gelenke. Außerdem wichtig für das Immunsystem. Bedarf ca. 56 mg/kg KM

Methionin: dient der Herstellung von Cystein (Aminosäure nicht essentiell), Bedarf ca. 56 mg/kg KM

Phenylalanin: ist wichtig für Stickstoffwechsel und Produktion von Tyrosin (Aminosäure nicht essentiell). Bedarf ca. 76 mg/kg KM

Threonin: sehr wichtig für Schleimhäute und Immunsystem. Bedarf ca. 71 mg/kg KM

Tryptophan: ist an der Bildung von Serotonin beteiligt (wichtig für Verhaltenstherapie), welches einen beruhigenden Effekt auf das Zentralnervensystem hat. Bedarf ca. 23 mg/kg KM

Valin: wichtig für Abwehrsystem und Ernährung der Muskeln (wichtig bei Anstrengungen). Bedarf ca. 81 mg/kg KM

Aminosäuren findet man auch in vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln doch sind die tierischen aus oben erwähnten Gründen weitaus besser verwertbar, sie haben eine höhere biologische Wertigkeit für Hunde.

Rohes Fleisch enthält  ALLE essentiellen Aminosäuren für den Hund. Die Aminosäuren werden jedoch durch Erhitzung denaturiert und zum Teil entwertet. Das ist aber sehr unterschiedlich, je nach Aminosäure.

Aminosäuren, die nicht dem Bedarf entsprechen, müssen vom Organismus abgebaut und entsorgt werden. Dabei entsteht Ammoniak, das die Leber und die Nieren entsorgen müssen. Was wiederum bedeutet, je mehr nicht bedarfsgerechte Aminosäuren der Hund bekommt, desto mehr werden die Ausscheidungsorgane Leber und Nieren belastet.

Neben den Aminosäuren sind natürlich in den tierischen Bestandteilen noch viele weitere Nährstoffe enthalten. So sind auch viele Mineralstoffe, essentielle Fettsäuren und auch Vitamine vorhanden.

Qualität

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Verwertung ist die Qualität der Nahrungsmittel allgemein. Das trifft natürlich ebenso auf die tierischen Komponenten zu. So ist z.B. das Fleisch von einem Rind, das sich mit Gras ernährt hat, weitaus reicher an Nährstoffen, als das von einem Rind, welches mit unnatürlicher Fütterung(Kraftfutter) möglichst schnell gemästet wurde. Außerdem kommt natürlich hinzu, dass manches Fleisch häufig mit Medikamenten, Hormonen etc. belastet ist, was dann natürlich ebenfalls in den Hundeorganismus übergeht.

Im letzen Beitrag hast du gelernt, dass es nötig ist, verschiedene tierische Bestandteile zu füttern. So füttert man Muskelfleisch, Pansen, Innereien und auch Knorpel und Knochen.  Aber auch andere Sachen kommen zum Einsatz, wie z.B. Eier oder auch Milchprodukte. 

Im nächsten Teil erfährst du, welche tierischen Bestandteile du füttern kannst und was dabei bedacht werden sollte. Bis dahin sage ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 

 

 

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