Warum der Hund kein Körnerpicker ist

Warum der Hund kein Körnerpicker ist

Herzlich willkommen in Lucies Ernährungswelt, schön dass du wieder vorbei schaust. Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, wie viele Hundefertigfutter Unmengen von Getreide enthalten?

Und hast du dich noch nie gefragt, wieso das so ist? Oder besser anders herum, wieso das nicht so sein sollte? Im Folgenden will ich dir einmal erklären, weshalb ein Hund eben doch kein Körnerpicker ist.

Fangen wir einmal mit der einfachsten Begründung an: der Anatomie. Ja, auch wenn das für dich jetzt polemisch klingt, kommt man an einer einfachen Tatsache nicht vorbei: Der Hund stammt vom Wolf ab und ist ihm anatomisch gesehen, nach wie vor fast gleichzusetzen.

Das Gebiss

Sein Gebiss ist das eines Fleischfressers, so hat er Fangzähne und Reißzähne. Diese würden es ihm nach wie vor erlauben, eine Beute zu fangen, zu zerreißen, zu zerlegen. Und – da der Hund ein Schlingfresser ist – große Fleischbrocken einfach runter zu schlingen. Nix mit zermahlenden Kaubewegungen, die Kühe z.B. machen, wenn sie Gras fressen und mit ihren mahlenden Bewegungen für die Verdauung vorbereiten. Nee, der Hund schlingt es einfach runter.

Der Verdauungstrakt

Dann gelangt es in seinen Verdauungstrakt und dieser ist vergleichsweise verdammt kurz.  Wiederkäuer z.B. besitzen extra für die Verdauung von pflanzlichem Material ein Organ, nämlich den Pansen. Ja genau, Pansen, das ist das, was für den Hund so besonders gesund ist, weil es viele vorverdaute Nährstoffe enthält.

Der PH-Wert

Der Hund verfügt übrigens auch über eine Besonderheit: nämlich einen 10-fach höheren Salzsäureanteil im Magensaft, als z.B. der Mensch. Dieser Salzsäureanteil, der Einfluss auf den PH-Wert hat, hängt allerdings von der Zusammensetzung der Nahrung ab. Fleisch führt zu einer stärkeren PH-Wert-Absenkung, als Getreiderationen. Aber nur ein niedriger PH-Wert ist in der Lage, mit Keimen und Bakterien umzugehen.

Mikroorganismen

Bakterien führen uns zum nächsten wichtigen Punkt: den bewirteten Mikroorganismen. Pflanzenfresser bewirten in ihrem Verdauungstrakt bestimmte Mikroorganismen, die es ihnen ermöglichen, Strukturkohlenhydrate aus Pflanzen zu verwerten. Hunde haben davon aber nur ganz wenige, sind also kaum in der Lage, diese Pflanzenfasern zu verdauen.

Die biologische Wertigkeit

Die Nährstoffe der Hunde bilden Proteine, Kohlenhydrate und Fette. Die wichtigsten sind die Proteine, denn nur sie liefern Baustoffe für Wachstum und Produktion. Wichtig für eine optimale Verwendung der Proteine ist ihre sogenannte biologische Wertigkeit. Hier kommen wir zu  einem weiteren, sehr entscheidenden  Punkt: Je mehr das Nahrungsprotein in seiner Aminosäuren-Zusammensetzung den körpereigenen Proteinen entspricht, desto verwertbarer wird es, seine biologische Wertigkeit steigt also.

Bei Proteinen wird unterschieden zwischen pflanzlichen und tierischen Proteinen. Was meinst du, welche nun die höhere biologische Wertigkeit für Hunde haben? Ähnelt ein Hund nun eher einem Rind oder einer Sonnenblume? Na? 

Aber weißt du, was das fatale daran ist? Man könnte ja jetzt einfach sagen, dann füttert man halt einfach mehr von den pflanzlichen Proteinen, dann kommt es schon hin. Das kann aber schlimme Folgen haben. Wenn nämlich die Niere mit minderwertigen Proteinen (bzw. den Abbaustoffen daraus) überschwemmt wird, wird eine unglaubliche Arbeitsleistung von ihr verlangt. Was zur Folge hat, dass sie irgendwann schlicht versagt, das nennt man dann eine Niereninsuffiziens.

Also, ich finde, das sind schon eine Menge Gründe, die deutlich klar machen, dass die Hauptnahrungsquelle für Hunde unmöglich Getreide sein kann. Was natürlich nicht heißt, dass sie grundsätzlich überhaupt kein Getreide haben dürfen. In Maßen und entsprechend aufbereitet, ist Getreide für Hunde durchaus ok. Dazu hat es ja sogar Studien gegeben, aus denen hervor ging, dass der Hund viel besser als der Wolf in der Lage ist, Stärke zu verdauen.

Nächsten Dienstag lesen wir uns wieder, dann fahren wir fort damit, der gesunden Ernährung von Hunden auf den Grund zu gehen. Bis dahin sage ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 

 

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