Fertigfutter – was ist drin?

Fertigfutter – was ist drin?

Für Hundehalter stellt die Wahl des richtigen Hundefutters für ihre Fellnase oft eine sehr große Herausforderung dar. Noch größer wird die Herausforderung, wenn man wissen möchte, was in dem angebotenen Futter denn so alles drin ist.

Deshalb wollen wir dir heute einen kleinen Überblick verschaffen, was im Fertigfutter enthalten ist.

Die Deklaration

Die Deklaration auf der Verpackung gibt u. a. Auskunft darüber, was im Futter alles enthalten ist. Sie ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt, wovon drei für den Hundehalter besonders wichtig sind, da sie Auskunft darüber geben können, ob das Futter den gewünschten Anforderungen entspricht.

1.  Die Zusammensetzung

Die Zusammensetzung gibt Auskunft darüber, welche Nahrungsbestandteile im Futter enthalten sind. Hier stößt man als „Otto-Normal-Hundehalter“ an die erste große Hürde. Futtermittelhersteller müssen sich bei der Deklaration der Zusammensetzung allerdings an bestimmte Vorgaben halten. Sie können ein Futter entweder offen, halboffen oder geschlossen deklarieren.

Die geschlossene Deklaration ist nur eine oberflächliche Deklaration der Bestandteile, es werden nur Gruppenbezeichnungen genannt. Darunter fallen z.B. Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“. Was genau im Futter drin ist, bleibt weitestgehend verborgen. Ob der Fleischanteil z.B. viel Muskelfleisch enthält oder ob viele Innereien verarbeitet sind, kann man nicht erkennen.

Bei der halboffenen Deklaration werden ebenfalls die Gruppen genannt, zusätzlich aber noch wichtige Bestandteile. Da steht dann z.B. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ und dahinter in Klammern „u. a. 4 % Geflügel“.

Bei der offenen Deklaration werden alle Bestandteile einzeln aufgelistet, die im Futter enthalten sind. Wer es dann noch besonders gut machen möchte, listet dazu noch die prozentualen Mengenangaben auf. Ein Beispiel wäre „25 % Wildfleisch“.

Empfehlenswert ist es natürlich, nach einer offenen Deklaration zu schauen. Nur so weiß man zumindest zu einem Großteil, was im Futter verarbeitet wurde.

2. Die analytischen Bestandteile

Unter dem Punkt „Analytische Bestandteile“ finden sich Bezeichnungen, die auf der sogenannten Weender Futtermittelanalyse basieren, einer Standard-Laboranalyse zur Bestimmung der Nährstoffgruppen in Hundefutter. Hier werden die Werte Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser und bei Hundefutter mit einem Wassergehalt über 14 Prozent auch der Wert „Feuchtigkeit“ angegeben.

Bei Rohfett handelt es sich um den prozentualen Anteil von Fett oder auch fettähnlichen Substanzen im Futter. Fette enthalten wichtige Bestandteile wie die essentiellen Fettsäuren und werden zur Absorption der fettlöslichen Vitamine benötigt. Unterstellt wird ein Wert von 5 % zur Mindestversorgung. Es stellt sich aber das Problem, dass diese Bezeichnung keinerlei Aufschluss über die Quelle und somit die Qualität und Verwertbarkeit der Fette gibt.

Rohprotein bezeichnet den Gehalt an Eiweißen. Diese Werte lassen sich durch die ermittelten stickstoffhaltigen Verbindungen im Hundefutter bestimmen. Es kann aus diesen Werten jedoch nicht auf die Verdaulichkeit und Qualität geschlossen werden, da man nicht erkennen kann, aus welcher Quelle diese Proteine stammen.

Bei der Rohasche geht es um die mineralischen Bestandteile des Futters. Der Wert wird durch Verbrennen ermittelt und sollte 10 % nicht übersteigen. Aber auch hier lässt sich aus dem Wert nicht auf die Qualität schließen.

Rohfaser bezeichnet die schwer bis unverdaulichen Komponenten aus pflanzlicher Herkunft, die im Futter enthalten sind. Dieser Wert darf nicht über 4 % liegen, da dies die Verdaulichkeit des Futters senken würde.

3. Zusatzstoffe

Hierunter fallen alle Stoffe, die zusätzlich dem Futter zugesetzt werden. Dabei wird wiederum unterschieden zwischen den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen, welche die zugesetzten Vitamine und Mineralstoffe bilden, und den technologischen Zusatzstoffe, was z.B. Antioxidationsmittel zur Konservierung sind. Beispiele hierfür wären BHA/BHT (E 320/E 321) oder Calciumsorbat  (E 203). Allerdings müssen die Zusatzstoffe nicht einzeln und auch nicht alle (nur bestimmte MÜSSEN deklariert sein) genannt werden. Nur die Formulierung  „Zusatzstoffe: keine“ lässt den Schluss zu, dass keine Zusatzstoffe enthalten sind.

Alles in allem ist die Futtermitteldeklaration eine sehr komplizierte Angelegenheit, die den Herstellern viel Spielraum (leider auch zur Verschleierung) lässt. Im nächsten Teil werde ich dir deshalb ein paar hilfreiche Tipps geben, wie du für deinen Hund eine gute Wahl treffen kannst. Bis dahin sage ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 

 

Partner auf Hundeklick.de