Kräuter beim Barfen

Kräuter beim Barfen

Biologisch artgerechte Rohfütterung kommt der natürlichen Ernährung von Hunden unbestritten recht nahe. Heute werden wir der Natur sogar noch etwas näher rücken und ich werde die Kräuterhexe spielen.

Back to natur

Zurück zur Natur  ist ein ganz aktueller Trend, welcher auch vor der Hundeernährung nicht halt macht. Wenn du z.B. mal Kräuter googelst, wirst du feststellen, es ist total IN Kräuter zu kennen, selber zu sammeln, selber zu trockenen, Essenzen daraus herzustellen …

Man kann Kräuterwanderungen buchen, in Kursen lernen, welche Heilkräfte Kräuter haben, oder was man alles damit machen kann. Noch vor 100 Jahren waren solche Kenntnisse fast jedem geläufig. Aber im Zeitalter der Fertignahrung ging dieses Wissen mehr und mehr verloren und ist heute nur noch denen geläufig, die sich besonders dafür interessieren. Dabei wachsen viele dieser Kräuter direkt vor unserer Haustür und sind kostenlos zu haben.

Kennst du die Quecke? Quecke wird auch Hundsgras genannt und – ja genau – wird von Hunden sehr gerne verzehrt. Es wird sich ja immer wieder neu darüber gewundert, wieso viele Hunde gerne Gras fressen und weshalb sie nur bestimmtes Gras futtern wollen. Die Quecke wächst in Gärten, an Wegesrändern und auf Äckern und bietet dem Hund eine Vielzahl an Heilwirkungen, so hat sie z.B. einen anregenden Einfluss auf die Darmtätigkeit. Und Hunde sind ja bekanntlich schlau …

Die „Kräuterkunst“

Kräuter lassen sich beim barfen hervorragend in die Ernährung von Hunden integrieren. Wenn man diese nun selber sammeln und verarbeiten möchte, sollte man sich vorher unbedingt ein paar Fachkenntnisse aneignen. Dazu gibt es viel hilfreiche Literatur oder, wie eben schon geschrieben, man kann auch Kurse buchen, in denen man sich das Wissen rund um Kräuter aneignen kann. Oder man verlässt sich auf das Wissen anderer, dann kann man mittlerweile auf viele „Fertigmischungen“ zurück greifen, die individuellen Bedürfnissen angepasst sind.

Die beste Vorgehensweise um Kräuter in die Ernährung des Hundes zu integrieren, sind Kräuterkuren, die immer einmal wieder gemacht werden können. Diese können vor allem als vorbeugende Maßnahme die Gesundheit des Hundes unterstützen. Auch bei Erkrankungen können  Kräuter natürlich gute Dienste leisten. Hier sollte man aber am besten jemand vom Fach anheuern, der/die dann die Kräuter genau auf die individuellen Bedürfnisse des kranken Hundes abstimmen kann.

Einige Empfehlungen

Brennnessel und Löwenzahn sind heutzutage meist nicht so gerne gesehene Gäste. Dabei haben sie ein tolles Wirkspektrum, vor allem, wenn es darum geht, Gifte aus dem Körper zu transportieren und Stoffwechseltätigkeiten anzuregen. Brennnessel enthalten Bio-Flavonoide, die entzündungshemmend wirken. Auch bei Allergien können diese eine tolle Unterstützung bieten, da sie die Histaminmenge reduzieren, die der Körper bei allergischen Reaktionen ausschüttet. Brennnessel unterstützt die Leber- und die Nierenfunktionen. Löwenzahn ist reich an Bitterstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.

Bärlauch hat eine entgiftende, regenerierende, verjüngende Wirkung und wird deshalb gerne bei Altersschwäche eingesetzt.

Petersilie und Kresse können bei Futtermäklern gute Dienste leisten, weil sie den Appetit anregen und außerdem viele wichtige Nährstoffe liefern.

Katzenkralle hat eine entzündungshemmende, antioxidierende und auch antivirale Wirkweise. Auch auf das Verdauungssystem nimmt sie großen positiven Einfluss. Sie stimuliert das Immunsystem und säubert und heilt den Verdauungstrakt. Auch bei Alterserscheinungen wie z.B. Arthritis, Gelenkproblemen oder  Spondylosen soll sie sehr hilfreich sein.

Knoblauch ist in der Hundeernährung umstritten. Es wird jedoch immer wieder darauf hingewiesen, dass es hier um die Dosis geht, die das Gift macht. In kleinen Mengen gegeben kann Knoblauch seine antibakterielle, antivirale und antiparasitäre Wirkung entfalten. Empfohlen wird zur Vorbeugung etwas 3 x wöchentlich eine Zehe pro 20-30 kg Körpergewicht.

Auch die Hagebutte zählt zu den Kräutern und ist eine nahrhafte Heil- und Futterpflanze. Sie hat nicht nur eine große Menge Vitamin C zu bieten, sondern auch eine Vielzahl weiterer Nährstoffe, wie Vitamine und Spurenelemente.  So können Hagebutten eine sehr gute Unterstützung bei diversen Erkrankungen, wie z.B. Rheuma oder Arthrose sein, stärken das Immunsystem und leisten z.B. auch gute Dienste bei Hauterkrankungen.

Basilikum zählt zur Pflanzenfamilie der  Lippenblütler und hat eine Reihe heilfördernder Wirkungen. So hilft er z.B. bei Darminfektionen, wirkt krampflösend, beruhigend, antibakteriell und sogar schmerzstillend. Auch bei Blasenschwäche kann Basilikum hilfreich sein.

Petersilie  ist reich an Vitamin C, Zink, Gerbsäure,  Flavonoiden. Sie wirkt belebend bei Erschöpfungszuständen und  regt den gesamten Verdauungsvorgang  an. Außerdem stärkt sie die Blase und die Nieren und hat eine krampflösende Wirkung. Als Kur sollte Petersilie nicht länger als 14 Tage gegeben werden, da sie die Magenschleimhaut reizen kann.

Meist finden in der Hundeernährung getrocknete Kräuterkuren Anwendung. Man kann so manches „Kraut“  aber auch frisch geben, wie z.B. den Löwenzahn.

Solltest du dich nun dazu entscheiden, selber Kräuter sammeln zu gehen, empfehle ich dir auf jeden Fall, dich gut zu informieren. Es ist gar nicht so einfach, die verschiedenen Kräuter in der Natur zu finden, zumal einige auch giftige „Doppelgänger“ haben.

Im nächsten Teil unserer Barf-Serie werde ich dir ein paar wichtige Fakten zum barfen mit auf den Weg geben, damit du noch besser Bescheid weißt …

Bis dahin sage ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 

Partner auf Hundeklick.de