Lucies Senf zur Stiftung Warentest

Lucies Senf zur Stiftung Warentest

Hallo und willkommen mal wieder in Lucies Ernährungswelt. Sicher hast du auch davon gehört, dass die Stiftung Warentest Hundefutter getestet hat.

Vielleicht gehörst du ja auch zu denen, die sich voll aufgeregt haben, weil sie meinen, dieser Test wäre ja mal der totale Blödsinn. Also, ich muss ja sagen, mir persönlich hat das überhaupt nicht gefallen, wie manche sich aufgeführt haben. Ich bin aber auch gut erzogen. Und ich finde ja, es gehört sich nicht, andere einfach zu beschimpfen, nur weil man anderer Meinung ist.

Für mich als Ernährungsexpertin ist es natürlich zwingend erforderlich, dass ich eine fachmännische Beurteilung zu diesem Test abgebe. Deshalb werde ich dir heute erklären, wieso die Stiftung Warentest absolut recht hat und wieso du ihr trotzdem nicht glauben solltest.

Eigentlich ist das eine ganz einfache Sache. Das fängt bei den Gesetzen an. An Gesetze muss man sich halten, das ist auch bei der Herstellung und Vertreibung von Hundefutter nicht anders. Und eigentlich basiert das Ergebnis der Stiftung Warentest auf einem ganz simplen und auch sehr wichtigen Gesetz. Dieses Gesetz dient sogar dem Schutz der Hundehalter (bzw. dem des Hundes). In dem Gesetz geht es um die Futtermittelart und in dem Test der Stiftung Warentest ging es nur um eine einzige Futtermittelart: das ALLEINFUTTERMITTEL.

Wie ich dir kürzlich schon erklärt habe, ist die Gesetzesvorgabe, die im Futtermittelrecht festgehalten ist, so, dass ein Alleinfuttermittel ALLE Nährstoffe enthalten MUSS, die ein Hund braucht. Es muss gesichert sein, dass wenn der Hund sein ganzes Leben lang jeden Tag nur dieses Futter bekommen würde, er immer mit allen Nährstoffen versorgt wäre. So ist es gesetzlich vorgeschrieben! Punkt!!

Die Stiftung Warentest hat nun getestet, bei welchen der 30 berücksichtigten ALLEINFUTTERMITTEL das der Fall ist. Sie hat offizielle Zahlen zum Nährstoffbedarf zugrunde gelegt und geschaut, in welchen Sorten diese eingehalten wurden.

Außerdem hat sie getestet, ob in den Futtermitteln drin war, was drauf stand. Dabei kam z. B. raus, dass  ein Futtermittelhersteller es sogar gewagt hat, auf sein Futter eine Fleischsorte zu drucken, von der 0 (!!) Prozent enthalten war. Ganz schön dreist …

Alleinfuttermittel – oder wieso das Gesetz eigentlich falsch ist und nicht der Test

Stell dir mal vor, du willst dich besonders gesund ernähren und beschließt deshalb, ab sofort isst du jeden Tag nur noch Steak mit Kartoffeln und Blattsalat. JedenTag! Morgens, mittags, abends. Jeden Tag! Fleisch ist gesund, Kartoffeln sind gesund, Salat ist gesund. Ist doch so, oder? Oder?? Was meinst du? Nicht ausgewogen? Ja, stimmt, da hast du wohl recht. Ist nicht ausgewogen (mal ganz zu schweigen davon, dass das Essen nach zwei Wochen wahrscheinlich Brechreiz bei dir auslösen würde, weil du es nicht mehr sehen könntest). Aber trotzdem gesund.

Jetzt stell dir vor, du entscheidest dich, deinem Hund ab sofort nur noch ein bestimmtes Futter zu geben, das als besonders gut angepriesen wird. Es enthält nur Zutaten in Bio-Qualität, alle naturbelassen. Der Einfachheit halber wählst du die Sorte Rindfleisch mit Broccoli und Möhren. Auf der Dose steht, es ist ein Alleinfutter. Alleinfutter heißt, es deckt alles ab, was der Hund braucht. Das ist jetzt KEIN fiktives Beispiel, sondern eins, das ich wirklich so erlebt hab (Nur die Dose ist fiktiv). Du fütterst deinem Hund das jetzt jeden Tag, ist ja ein Alleinfuttermittel, da MUSS ja alles drin sein. Steht so im Gesetzt. Da verlässt du dich drauf … Achso … du meinst, da wäre man doch blöd, wenn man das so macht? Ist ja dann nicht ausgewogen? Ja, aber was ist denn nun mit dem Gesetz? Dann ist das ja wohl für den Ar … ups, Entschuldigung, hab kurz meine gute Erziehung vergessen …

Also, wie bitteschön soll jetzt definiert werden, dass es sich um ein Alleinfuttermittel handelt, wenn das Futter aber gar nicht den gesamten Nährstoffbedarf abdecken kann. Weil es nicht alle Nährstoffe enthält. Als natürliches Nahrungsmittel gar nicht alle enthalten kann. Kannst du mir noch folgen?

Wenn man es ganz genau nimmt, dürfte ein Futter, das nur einen Teil der Nährstoffe enthält, weil es nur aus natürlichen Zutaten und somit natürlichen Nährstoffen besteht, somit also in EINER Sorte nur einen Teil von allem enthält, nicht als Alleinfuttermittel bezeichnet werden. Denn Fakt ist, eine einzige Dose / Sorte beinhaltet nun mal nicht alles, was Hund braucht. Man müsste schon variieren mit verschiedenen Sorten, mit verschiedenen Zutaten. Genau so, wie du dich nicht nur allein von Steak, Kartoffeln und Blattsalat ernähren kannst.

Benutze deinen gesunden Menschenverstand

Hast du jetzt verstanden, wieso die Stiftung Warentest recht hat, du ihr aber trotzdem nicht glauben darfst? Alleine dein gesunder Menschenverstand kann dir da weiter helfen. Kein Test, kein Gesetz, kein Futtermittelhersteller. DU musst entscheiden, ob du es als sinnvoll erachtest, deinem Hund in jeder einzelnen Ration alle Nährstoffe (in künstlicher Form) zur Verfügung zu stellen, oder ob du deinen Hund mit natürlichen Zutaten gesund, ausgewogen und dann aber auch abwechslungsreich ernähren möchtest.

Eigentlich doch ganz einfach, wie ich anfangs schon erwähnt hab. Mit einem Augenzwinkern verabschiede ich mich für heute von dir und wünsche dir viel Spaß bei der Futtersuche im Hundefutterdschungel. Falls du dabei Hilfe brauchst, schau doch mal auf Lucies Hundefutterblog vorbei, da gibt es eine riesige Menge Infos zu dem Thema. Ich sage bis nächste Woche …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 

 

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