Nahrungsergänzungen beim Barfen

Nahrungsergänzungen beim Barfen

Die biologisch artgerechte Rohfütterung basiert auf der Grundlage, dass die Fütterung eines Beutetiers simuliert wird.

Da in der Natur keine Vitamintabletten an den Bäumen wachsen, kommt es einem zunächst natürlich unsinnig vor, beim barfen Nahrungsergänzungen zu füttern.

Außerdem unterstellt man ja eigentlich, dass durch die abwechslungsreiche Fütterung alle Nährstoffe in den Nahrungskomponenten enthalten sind und der Hund somit rundum gut versorgt ist.

Wieso also Nahrungsergänzungen beim barfen?

Um diese Frage zu beantworten, muss man zunächst einmal einen Blick auf die Nahrungsmittel selber werfen. Leider ist es so, dass, je nach Herkunft, Transportweg etc. viele Nährstoffe in Obst und Gemüse sich regelrecht in Luft auflösen. Sie gehen umso mehr verloren, je länger der Zeitraum zwischen Ernte und Verzehr dauert. Hinzu kommt, dass viele Sorten schon im frisch geernteten Zustand nicht mehr so viele Nährstoffe enthalten, wie das vielleicht noch vor 100 Jahren der Fall war. Es wird also eigentlich immer schwieriger, sowohl sich selber, als auch sein Haustier vollwertig zu ernähren.

Ein weiterer Punkt ist unsere belastete Umwelt. Um mit all den Giften und Verschmutzungen, denen auch unsere Hunde tagtäglich ausgesetzt sind, klar zu kommen, brauchen sie eine geballte Ladung Nährstoffe. Man kann sicher davon ausgehen, dass die Umweltverschmutzung dafür sorgt, dass der Bedarf an manchen Nährstoffen höher ausfällt, als unterstellt.

Wir haben es also mit einem Ungleichgewicht zu tun. Einerseits sind die Nährstoffgehalte gesunken, andererseits haben auch die Hunde erhöhten Bedarf an manchen Nährstoffen.

Ein weiterer Punkt sind natürlich Krankheiten, besondere Lebensumstände oder auch besondere Anforderungen. Durch die gezielte Zufuhr von Nahrungsergänzungen kann man gezielt DIE Nährstoffe zuführen, die zum gegebenen Umstand am besten passen.

Was macht wann Sinn?

- Vitamin C / Hagebuttenpulver

Vitamin C zählt zu den wasserlöslichen Vitaminen und kann von Hunden eigentlich selber hergestellt werden. Es wird in der Leber aus Glucose synthetisiert. Die vom Hund hergestellte Menge ist jedoch vergleichsweise gering. Vitamin C bildet ein sehr wichtiges Antioxidans, heißt es schützt die Zellen vor freien Radikalen, welche z.B. zur Entartung der Zellen (Krebs) führen können. Auch gegen frühzeitiges Altern und verschiedene Erkrankungen können Antioxidantien gute Unterstützung leisten. Vitamin C kann unterstützend wirken bei entzündlichen Prozessen, Infektionen oder auch Wachstumsstörungen. Eine natürliche Art der Nahrungsergänzung von Vitamin C stellt Hagebuttenpulver dar. Da Vitamin C zu den wasserlöslichen Vitaminen zählt, kann es nicht überdosiert werden. Ein Zuviel scheidet der Körper einfach aus. Bei jeglichen Erkrankungen kann es sinnvoll sein, Vitamin C zu supplementieren.

- Grünlippmuschelextrakt

Besonders bei Gelenkserkrankungen kann Muschelextrakt eine sehr wertvolle Unterstützung sein. Es enthält einen hohen Anteil an Glycosaminglykan, welches die Fähigkeit besitzt, Gelenksflüssigkeit aufzubauen. Es wird die Regeneration und der Aufbau von Knorpel und Bindegewebe gefördert und arthritische Beschwerden können positiv unterstützt werden. Zusätzlich enthält das Muschelextrakt viele Mineralstoffe, Spurenelemente und auch wertvolle Aminosäuren. Es hat weiter eine entzündungshemmende Wirkung und steigert die Beweglichkeit der Gelenke. Besonders in Verbindung mit Vitamin C, E und Omega-3-Fettsäuren kann es seine positive Wirkung bestmöglich entfalten.

- B - Vitamine / Bierhefe

In erster Linie sticht die Bierhefe hervor durch ihren hohen und umfangreichen Gehalt der B-Vitamine. Sie enthält allerdings auch noch weitere Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe. Der Vitamin-B- Komplex ist vor allem für Haut und Haar des Hundes von großer Bedeutung. Deshalb bildet  die Bierhefe – Kur besonders zu Fellwechsel-Zeiten eine gute Unterstützung. Natürlich kann die Bierhefe noch mehr. Auch in der Parasitenabwehr spielt sie eine große Rolle, da sie das Hautmillieu dahingehend positiv beeinflusst, dass die Parasiten, wie z.B. Zecken,  die Hundehaut nicht mehr „riechen“ möchten.

- Probiotika und Prebiotika

Das Darmmilieu spielt eine sehr wichtige Rolle in der präventiven Gesundheitsvorsorge. Der Großteil des Immunsystems befindet sich im Darm. Die Darmbakterien spielen hierfür eine elementar wichtige Rolle. Um die Gesundheit bestmöglich zu unterstützen, ist ein ausgewogenes Verhältnis der Darmbakterien nötig. Häufig ist dies aber gestört durch Medikamentengaben wie z.B. Antibiotika, Wurmkuren etc. Durch die Gabe von Prebiotika kann man die Vermehrung und das Wachstum der „guten“ Bakterien unterstützen, in Probiotika sind viele „gute“ Bakterien enthalten. Eine regelmäßige „kurweise“ Gabe ist durchaus sinnvoll, besonders wenn ein Ungleichgewicht durch Medikamentengaben etc. wahrscheinlich ist.

Diese Nahrungsergänzungen bilden natürlich nur einen Auszug der Möglichkeiten. Generell sollte man immer zurückhaltend bei der Supplementierung von Nährstoffen sein, da auch eine Überdosierung negative Folgen haben kann. Im Krankheitsfall ist es immer besser, sich von einem Fachmann/frau beraten zu lassen, was in welchen Mengen tatsächlich Sinn macht.

In der nächsten Ausgabe werde ich dir ein paar Kräuter vorstellen, die ebenfalls als Nahrungsergänzungen eingesetzt werden können.

Bis dahin sage ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 

 

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