Schäferhundfutter contra Dackelfutter

Schäferhundfutter contra Dackelfutter

Hallo, da bin ich wieder und heiße dich in Lucies Ernährungswelt herzlich willkommen.

Wie versprochen will ich dir heute erklären, wieso ich finde, dass es nicht so unzählig viele verschiedene Futtersorten braucht, um Hunde vernünftig zu ernähren.

Wusstest du eigentlich …

dass Wolfswelpen nach ganz bestimmten Kriterien ernährt werden? Ja, die Wolfsmutter hat da einen richtig harten Job. Sie muss Tag für Tag, nachdem die Welpen von der Muttermilch nicht mehr satt werden, genau auswählen, was ihre Jungen zu fressen bekommen. Täglich geht sie auf Streifzüge, um genau die richtigen Zutaten zu finden. Es kommen nur bestimmte Beutetiere in Frage, bestimmte Beeren, Gräser, Kräuter und Früchte. Denn schließlich haben Welpen einen ganz anderen Anspruch an die Ernährung als ausgewachsene Wölfe. Am Anfang bekommen sie das Futter von ihrer Mutter im vorverdauten Zustand. Das heißt, die Mutter frisst es erst selber und würgt es dann für die Jungen wieder hervor. Nach dem auswürgen muss es aber natürlich erst mal gewogen werden, bevor die Welpen fressen dürfen, die Menge muss ja auch genau bemessen sein …

Wie, das glaubst du jetzt alles nicht?

Ok, stimmt, das ist Quatsch, du hast recht. Genau genommen ist es so, dass die Welpen und Jungwölfe exakt das gleiche fressen, wie die ausgewachsenen Wölfe. Nur wohl nicht in gleicher Menge. Und am Anfang tatsächlich in von der Mutter vorverdautem Zustand. Das muss deshalb sein, damit die Verdauung der Welpen sich langsam an andere Kost gewöhnen kann. Aber, obwohl Welpen und Junghunde ja angeblich einen völlig anderen Anspruch an die Ernährung haben, ist es in der Natur so, dass die Jungtiere das gleiche fressen, wie die erwachsenen.

Ist die Natur jetzt dümmer als die Menschen?

Ich glaube, diese Frage können wir getrost mit nein beantworten. Die Natur ist sogar ziemlich schlau. Sie stellt die Nahrungsmittel nämlich in genau der Ausgewogenheit und Zusammensetzung zur Verfügung, wie diese gebraucht werden.

Aber Hunde sind ja keine Wölfe …

Stimmt, Hunde sind keine Wölfe. Hunde sind Hunde. Aber Hunde stammen von den Wölfen ab und sind ihnen genetisch noch sehr nahe. Außerdem könnte man den Vergleich auch ziehen zu Zebras, Löwen, Rehen, Elefanten, Füchsen, Wildschweinen, usw., usw.   … Überall in der Natur werden die Jungtiere mit den gleichen Bestandteilen ernährt, wie die erwachsenen Tiere.

Aber bei Wölfen gibt es nicht so eine Rassenvielfalt wie bei Hunden

Das stimmt nur bedingt. Zwar gibt es wohl nicht so viele verschiedene Wölfe, wie es Hunderassen gibt. Unterschiede gibt es trotzdem. So gibt es z.B. den Tundrawolf, den arabischen Wolf, den Timberwolf und noch eine ganze Reihe mehr. Und man kann wohl getrost sagen, dass ihr Anspruch an die Ernährung sich nicht nach anderen Nährstoffzusammensetzungen richtet, sondern danach, was die Natur am jeweiligen Standort für sie hergibt. Wenn man es also von dieser Seite betrachtet, müssten z.B. alle in Deutschland lebenden Hunde das gleiche Futter bekommen.

Ein Blick in die Menschenwelt

Bei den Menschen ist es ebenso. Ein Chinese hat sicher keinen anderen Nährstoffbedarf, als ein Amerikaner. Einzig das Angebot variiert und vielleicht noch die sich daraus ergebenden Gewohnheiten. Und ich wüsste jetzt keinen Grund, wieso das bei Hunden anders sein sollte. Zumal sie in ihren Genen nach wie vor ALLE dem Wolf ähneln. Der kleine Chihuahua ebenso wie die große Dogge.

Aber bei Krankheit ist das doch anders, oder?

Du hast recht. Hunde, die ja bei den Menschen leben, haben einen großen Vorteil gegenüber den Tieren, die in der freien Natur leben. Man kann auf besondere Bedürfnisse besonders eingehen. Das bedeutet, wenn z.B. ein Hund an einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse leidet, kann man sein Futter genau auf die Erkrankung abstimmen. Allerdings dürfte es schwierig sein, ein Fertigfutter so zusammen zu stellen, dass es genau passend ist, für alle an der Bauchspeicheldrüse erkrankten Hunde, mit verschiedenen Krankheitsverläufen und somit Bedürfnissen. Und man muss noch bedenken, die Krankheiten, an denen Hunde heute leiden, die gibt es in der Natur meist gar nicht.

Der Schäferhund kann also das gleiche fressen, wie der Dackel?

Ja, definitiv. Was aber durchaus unterschiedlich sein kann, sind die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Hunde. So hängt z.B. viel davon ab, ob ein Hund sehr aktiv ist, oder eher ruhig lebt, wie sein individueller Stoffwechsel ist, überhaupt, wie sein ganzer Lebenswandel ist (sofern man das bei Hunden so sagen kann, ihr Leben wird ja von den Menschen bestimmt.).

Dann gibt es noch die kommerzielle Seite

Auch das ist ein Punkt, den du nicht übersehen solltest. Beim letzten Mal hab ich dir ja erzählt, mein Frauchen hat alleine in einer einzigen Hundezeitschrift 13 (!!) Anzeigen für Hundefutter gezählt. Es gibt so unglaublich viele Hundefutterhersteller, verschiedene Marken, unterschiedliche Sorten! Und die möchten sich ja alle irgendwie verkaufen. Und das beste Mittel, etwas gut zu verkaufen ist, wenn man ein Alleinstellungsmerkmal hat. Und da werden die Futtermittelhersteller halt immer erfinderischer.

Der Trend zur Natur

Es gibt aber auch beim Hundefutter einen Trend zur  Natur. Immer mehr Futtersorten kommen auf den Markt, die nicht mehr damit werben, wie speziell sie sind, sondern wie natürlich sie sind. Denn auch die Futtermittelindustrie hat erkannt, dass es so wie es ist, wohl nicht weiter gehen kann.

Beim nächsten Mal werde ich dir ein bisschen was darüber erzählen, wie du selber erkennen kannst, ob ein Hundefutter etwas taugt. Bis dahin sag ich …

Herzliche Pfotengrüße

Deine Lucy

 

Partner auf Hundeklick.de