Hundehaltung mit der Natur im Einklang

Hundehaltung mit der Natur im Einklang

Fast jeder hat schon einmal den Satz gehört „vorbeugen ist besser als heilen“.

Diese  alte Volksweisheit, die schon zu Hippokrates Zeiten galt, hat sicher auch in der heutigen Zeit ihre Gültigkeit nicht verloren. Leider wird sie aber immer öfter ignoriert, dieses Phänomen zeigt sich auch  in der Hundehaltung.

Das Zeitalter der Schnelllebigkeit hat auch vor unseren Hunden nicht Halt gemacht. Alles soll schnell gehen. Das Futter soll fertig bereit stehen, bei Krankheiten muss schnell gehandelt werden, Symptome sollen sofort verschwinden, Erziehung soll schnell und effektiv durchführbar sein.

Vieles führt dazu, dass „Probleme“ unter einem „Deckmantel“ verschwinden. Auf der Straße begegnen mir immer öfter Hunde, die mit einem sogenannten Halti geführt werden. Dem Hund die Leinenführigkeit beizubringen, kann sehr Zeitintensiv sein. Mit einem Halti  oder auch sogenannten Erziehungsgeschirren „funktioniert“ der Hund fast sofort.

Hat ein Hund Ausschlag oder Juckreiz, wird fast schon standardmäßig mit Kortison behandelt. Dies sorgt dafür, dass die Symptome schnell wieder verschwinden. Aber ist der Hund gesund, nur weil er keine Symptome mehr hat? Oder läuft das ähnlich wie mit einem Halti? Das Problem ist noch da, man sieht es nur nicht mehr. Sehr oft kommen solche Symptome nach einiger Zeit wieder zum Vorschein, oder sie verändern sich einfach. Der Hund bekommt keinen Ausschlag mehr, dafür hat er plötzlich Ekzeme.

Die Ganzheitlichkeit

In der Naturheilkunde ist die Grundlage eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Kommt es zu Erkrankungen, wird nicht einfach nach dem Symptom geschaut, sondern es wird die Frage gestellt: wo kommt es her? Im Umkehrschluss bedeutet das, man ist sich klar darüber, dass jede Erkrankung eine Ursache hat. Diese Ursachen lassen sich natürlich am besten bekämpfen, indem man sie gar nicht erst entstehen lässt.

Der Organismus verfügt über ein hohes Maß an Selbstheilungskräften, deren Voraussetzung ein intaktes Immunsystem bildet. Daher sollte auch beim Hund von Anfang an immer berücksichtigt werden, wie sich Behandlungen, Maßnahmen und Vorgehensweisen auf dieses auswirken können. Dass der Hund heute noch gesund wirkt, heißt nicht, dass er es morgen noch ist. Viele Erkrankungen zeigen sich erst dann, wenn sie weit fortgeschritten sind.

Wie beuge ich vor?

Schon vom Welpenalter an können Hundehalter viel tun, um ihren Hund gesund zu erhalten. Es gibt einige Eckpunkte, auf die man im Besonderen achten sollte:

Ernährung

Die Ernährung bildet natürlich das A und O der Gesundheitsprophylaxe. Sie ist entscheidend dafür verantwortlich, dass der Organismus in der Lage ist, allen seinen Funktionen optimal nachzukommen. Für einen Hund bedeutet das, ein Futter auszuwählen, das sowohl artgerecht als auch mit den entsprechenden benötigten Nährstoffen ausgestattet ist. Weiter sollte darauf geachtet werden, dass so wenige Schadstoffe wir möglich enthalten sind. Und natürlich muss es dem Hund auch schmecken, denn was nützt das Beste Futter, wenn der Hund es nicht frisst.

Haltung

Hunde brauchen, genau wie Kinder, eine feste Struktur in ihrem Leben. Geregelte Abläufe, ausreichend Auslauf, genügend Ruhephasen sind allesamt elementar für den Hund. Natürlich dürfen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz kommen, zu viel Action kann jedoch kontraproduktiv sein. Auch Hunde sind stressanfällig, besonders wenn sie eine durch ihre Rasse bedingte genetische Disposition dazu haben, schnell „unter Strom zu stehen“. Und wir alle wissen mittlerweile: Stress macht krank. Auch Hunde.

Pflege

Hygiene wird heute bei vielen sehr wichtig genommen. Leider bekommen dabei auch die Hunde „ihr Fett weg“. Etwas, das für Hunde völlig unnatürlich ist, müssen sie immer häufiger über sich ergehen lassen: waschen und baden wird auch für Hunde zur „alltäglichen“ Gewohnheit. Dabei richten diese Maßnahmen häufig mehr Schaden an, als sie tatsächlich nutzen. Zum einen führt eine übertriebene Hygiene eher dazu, dass man  (und somit auch Hund) krank wird, als dass man gesund bleibt.

Bakterien werden vom Organismus dringend benötigt, um den Umgang mit ihnen zu „trainieren“. Hält man jedoch alles fern, indem man ständig putzt und wäscht und desinfiziert, kann der Kontakt mit Krankheitserregern (zu dem es ja zwangsläufig trotzdem irgendwann kommt), dann schlimme Folgen haben. Der Körper kann nicht mehr damit umgehen, er ist nicht „trainiert“.

Der zweite wichtige Grund ist, dass man durch das häufige waschen der Hundehaut (wohlmöglich noch mit eher ungünstigen Shampoos etc.) schadet, da ihr natürlicher Schutzmantel (mit selbstreinigender Eigenschaft) so zerstört wird.

Medikamente und Co.

Auch zu Medikamenten und chemischen Behandlungen wird heutzutage viel zu schnell gegriffen. Man lebt in einer ständigen Angst vor Krankheitserregern und möchte möglichst immer auf Nr. sicher gehen. Das fängt bei der Parasitenabwehr an, geht weiter über Impfungen etc. bis hin zu extrem schnellen Gaben von Antibiotika und Co.

Vieles hat sicher seine Berechtigung, vor allem individuell gesehen. Oft würde es aber helfen, die einzelnen Maßnahmen etwas kritischer zu betrachten. Auch kann es helfen, sich ausgiebiger über die einzelnen Maßnahmen selber zu informieren. Weiß man, was genau ein Antibiotikum im Organismus anrichtet, oder auch welche Gifte in der Wurmtablette enthalten sind, überdenkt man deren Notwendigkeit vielleicht noch einmal. Der ganzheitliche Blick kann sich auch hier auszahlen.

Eure Anke

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