Scheinträchtigkeit - Gefährlich oder doch normal?

Scheinträchtigkeit - Gefährlich oder doch normal?

Viele Hundefreunde mit einer Hündin im Haushalt kennen das Thema nur zu gut. SCHEINTRÄCHTIGKEIT!

Speziell wenn man Ersthundbesitzer ist oder das erste Mal eine Hündin hat, die eine Scheinträchtigkeit durchlebt, kann man aber schon irritiert sein und macht sich Sorgen.

Doch sind die Sorgen begründet?

NEIN, eine Scheinträchtigkeit ist etwas ganz natürliches. Sie kann jede unkastrierte Hündin erwischen und ist kein krankhafter Zustand. Ca. 4-10 Wochen nach der Läufigkeit, kann eine unkastrierte Hündin scheinträchtig werden. Das hat etwas mit dem recht komplexen Hormonhaushalt einer Hündin zu tun und ihren Ursprung in der Zeit der Wölfe, als die "scheinträchtigen" Tiere, die Welpen der Leitwölfin mit versorgt haben. Da nur die Leitwölfin im Rudel für den Nachwuchs sorgte, stieg durch die zusätzlichen "Milchspender" die Überlebenswahrscheinlichkeit für ihre Welpen deutlich an. 

Progesteron, das schwangerschaftshaltende Hormon wird bei nicht trächtigen Hündinnen nach dem Eisprung in fast der gleichen Konzentrationen gefunden, wie bei den trächtigen Tieren. Merkt der Körper schließlich, dass die Hündin keinen Nachwuchs erwartet, nimmt das Progesteron rasch ab. Durch den raschen Abfall des Progesteron kann es sein, dass der Körper eine Geburt "vermutet" und er beginnt Prolaktin zu bilden. Prolaktin regt die Milchdrüsen zur Produktion von Milch an.

Auch wenn das Gesäuge eurer Hündin anschwillt, bitte nicht an den Zitzen massieren, kühlen oder sie etwa ausdrücken. Die Symptome klingen in der Regel von selber wieder ab und jegliches Gefummel am Gesäuge macht es meist nur schlimmer und regt die Milchproduktion noch mehr an. Trotzdem sollte man es natürlich beobachten, nicht das es doch zu Entzündungen am Gesäuge kommt. 

Wie erkenne ich, ob meine Hündin auch betroffen ist?

Wie bereits erwähnt kann es ungefähr zwischen dem 1. Monat und dem 3. Monat nach der Läufigkeit zu einer Scheinträchtigkeit kommen. Zu Beginn schleppen die betroffenen Vierbeiner meist Spielzeuge, Schlappen oder Stofftiere in ein Körbchen und bauen für ihren vermeintlichen Nachwuchs und sich ein Nest. Manche Hündinnen können in dieser Zeit sogar leicht aggressiv werden, da sie ihren Nachwuchs und ihr Nest verteidigen wollen. Häufig sind die Hündinnen sehr unruhig in der Zeit. Man sollte sich zusätzlich nicht wundern, wenn der Vierbeiner in dieser Zeit vermindert Nahrung aufnimmt und auch weniger aktiv ist. Viele Hündinnen werden auch sehr anlehnungsbedürftig und sind stark verschmust. 

Körperliche Veränderungen: Anschwellen des Gesäuges, verstärkte Müdigkeit, Unruhe

Wie lange dauert die Scheinträchtigkeit?

Es kann zwischen 10 und 30 Tagen dauern bis die Symptome komplett abklingen. Normalerweise läuft das alles völlig ohne Komplikationen ab und der Hundedame geht es danach wieder gut. Nach der Läufigkeit können auch Gebärmutterentzündungen ein Thema sein. Man sollte seine Hundedame also trotzdem nach jeder Läufigkeit ein wenig im Auge haben. 

Was kann ich tun, um meiner Hündin zu helfen?

Ablenkung tut immer gut. Eventuell die Gassirunden ein wenig ausgeprägter gestalten und mit noch mehr Abwechslung. Kein unnötiges Spielzeug und Kuscheltiere herumliegen lassen, wobei man sagt, dass wenn man alle Spielsachen entfernt, es häufig noch zu mehr Stress für das Tier führt. Tierärzte und Tierheilpraktiker können eventuell mit homöopathischen Mitteln und Prolaktinhemmern unterstützen. 

Nach der Scheinträchtigkeit sind die Vierbeiner in der Regel wieder ganz die Alten!

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