Ich lasse meinen Hund nicht in einen anderen (angeleinten) Hund hineinrennen.

Ich lasse meinen Hund nicht in einen anderen (angeleinten) Hund hineinrennen.

Ich glaube, wir können alle ein Lied davon singen. Ein langes Lied mit vielen Strophen von nervigen Begegnungen. Eine Strophe dieses Liedes ist meiner guten Freundin passiert.

Wir haben uns zum Spaziergang getroffen – extra spät Abends, denn ihre beiden Rüden haben ein Problem mit fremden, rüpeligen Hunden, seitdem sie von einem fremden Hund beinahe tot gebissen wurden. Die Besitzerin kennt das Problem natürlich und hat ihre Hunde auch super im Griff, wenn andere Hunde vorbeikommen.

Manchmal, ganz weit abseits zu seltsamen Uhrzeiten (und nur weil der Rückruf super klappt) dürfen die Beiden mit Mila zusammen aber das „Hundsein“ genießen und unter strengster Beobachtung ein bisschen herumtollen. Ganz langsam fassen die Beiden wieder Vertrauen in die Hundewelt. Aber wie es im Leben so ist, gibt es einige Menschen, die werfen einen mit ihrer dummen Ignoranz wieder um Monate – nein, Jahre zurück.

Der tut nichts

So auch die Dame, mit der wir beim „ausladen“ auf dem Parkplatz aneinander gerieten. Zwei Hunde (Mila und die dritte Hündin meiner Freundin) waren schon draußen – kurz angeleint beim Auto, während die beiden Großen noch im offenen Kofferraum darauf warteten raus zu dürfen. Während gerade die Maulkörbe ausgepackt wurden fuhr gegenüber, etwa 5 Meter entfernt, eine Dame auf den Parkplatz, öffnete ihren Kofferraum und ließ zu unserem Schrecken ihren großen Labbi herausspringen. Dieser baute sich auch gleich auf und stakste auf unser offenes Auto zu. Unsere dringende Bitte sofort den Hund da weg zu holen tat die Dame mit den Worten „Der tut nichts, der will nur gucken“ ab.

Der Labbi sah das leider ganz anders und kam in deutlicher Angriffsposition auf das Auto zu. Als er einen halben Meter vor dem Auto das Knurren begann, knallte bei allen drei Hunden die Sicherung durch und die Situation eskalierte. Mit Müh und Not (und ich weiß bis heute nicht wie) gelang es uns, die vier um sich beißenden Hunde zu trennen, dabei die Hündin aus der Schussweite zu bringen und selbst bis auf ein paar blaue Flecken nichts abzubekommen – dafür durften wir uns dann von der Dame noch Gepöbel und die Drohung mit einer Anzeige anhören.

Monate verschwendet

Dass diese Begegnung das Training meiner Freundin um Monate zurückgeworfen hat, brauche ich sicherlich nicht zu erwähnen oder? Selbstverständlich handelt es sich hierbei um eine „Extrem-Situation“ – aber auch im ganz normalen Alltag können solche Situationen immer passieren. Sei es nun die Hündin, die gerade in den Stehtagen ist (wer schonmal versucht hat, einen liebestollen Großhund ohne Brechstande von seiner Hündin zu bekommen,weiß wovon ich rede) oder der Junghund, der gerade im Training lernt, dass man nicht wie ein Irrer zu anderen Hunden hinziehen muss (sich aber tiiiiierisch freut, wenn da plötzlich jemand zum Spielen ist) oder aber es ist vielleicht wirklich eine Artgenossenaggression, was für beide Hunde wirklich unschön enden könnte, denn als Einzelperson hat man nicht wirklich Chancen kämpfende Hunde zu trennen.

An der Leine ist "sicherer Bereich"

Bei uns – und bei vielen anderen auch – ist der Leinenbereich (kurze Leine) quasi ein sicherer Bereich. Das heißt, dass ich dafür Sorge trage, dass Mila in diesem Bereich nichts passieren kann und sie sich um nichts kümmern braucht. Das Resultat ist, dass ich an der Leine einen entspannten Hund habe, der auch an aufrecht in der Leine stehenden, pöbelnden Hunden entspannt vorbeigehen kann. Gerade bei unsicheren Hunden ist diese sicherere Zone essentiell wichtig und dieses Vertrauensverhältnis zum Besitzer wird schwer erschüttert oder gar zerstört, wenn ein Hund einfach hineinrennt. Das ist quasi wie wenn der Nachbar plötzlich mit dem Auto in euer Wohnzimmer rast. Keine sonderlich schöne Vorstellung, oder?

Also bitte, lasst den Hunden ihren Sicherheitsraum – leint eure Hunde an, wenn ihr einen angeleinten Hund seht, oder ruft sie zumindest zu euch ran. „Das hat der ja noch nie gemacht!“ und „Der tut nix!“ helfen dem (unsicheren) Hund auch nicht weiter, wenn jemand in seine Privatsphäre poltert.

Bis bald, Kaddie

hundsitz

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