Welpengruppe – Soziales Lernen oder Stress pur?

Welpengruppe – Soziales Lernen oder Stress pur?

Als Mila bei mir eingezogen ist, war für mich ganz klar: Wir gehen in die Hundeschule.  Zum einen war mir immer wieder eingetrichtert worden, dass Hunde soziale Wesen sind und unbedingt (!) Sozialkontakte brauchen – zum anderen hatte ich schlichtweg nicht wirklich viel Ahnung von Hunden.

Ich bin auch ziemlich blauäugig an die Sache herangegangen: Ohne vorher irgendwelche Meinungen oder Erfahrungsberichte anzuhören hab ich mir meinen damals 9-Wochen alten Welpen unter den Arm geklemmt und bin einfach mal hin. Impfpass vorgezeigt und dann durften die kleinen Monster in einem abgegrenzten Bereich toben.

Zu viel Action

Klein Mila war natürlich etwas überfordert mit der Situation: Lauter fremde Hundekinder, die alle viel älter sind als sie. Es kam, wie es kommen musste: Das Hundekind wurde von einem anderen, deutlich älteren Hund gemobbt. Sie quiekte und versuchte sich bei mir zu verstecken. Anfangs hörte ich noch auf den Trainer, der mir sagte, sie müssen das unter sich klären. Immerhin kannte er sich ja besser aus als ich – dachte ich. Irgendwann ist dann bei mir aber auch der Groschen gefallen, ich habe mein schreiendes Hundekind beschützt und diese Hundeschule hat uns nie wieder gesehen.  Ein Paradebeispiel, wie es nicht sein soll! 

Denn: Die Welpengruppe soll unserem Hundekind – auch wenn es mal was auf die Nase geben sollte – in erster Linie Spaß machen und die Bindung zwischen mir und meinem neuen Gefährten stärken. Wenn mein Hund allerdings vollkommen auf sich allein gestellt ist und ich ihm nicht helfen darf macht das weder Spaß, noch stärkt es die Bindung. Im Gegenteil, mein Hund lernt, dass er sich nicht auf mich verlassen kann. 

Normal geht auch 

Mila ist zum Glück ein charakterstarker Hund und hat diesen Vorfall schnell vergessen und hat außerhalb von Welpengruppen ein gutes Sozialverhalten von anderen Hunden und Hundekindern gelernt, bis wir dann „unsere Hundeschule“ fanden. Zu der Zeit war Mila für die Welpengruppe schon zu alt, allerdings durfte ich mal ganz neugierig reinschnuppern. Die Welpenstunde in unserer Hundeschule hat meiner Meinung nach alles, was eine Welpenstunde haben sollte: Es gibt zwischen dem Spielen immer wieder kurze „Trainingseinheiten“, bei denen viel gelobt und Spaß gehabt wird.  Die Trainerin achtet genau darauf, ob der Hund noch Spaß und Geduld für die „Übung“ hat, oder ob die Luft raus ist.

Während der Spielzeiten hat die Trainerin immer ein Auge auf alle Hunde, wer mobbt bekommt Grenzen aufgezeigt und wer noch nicht spielen mag, darf sich ein bisschen verstecken. Außerdem wurden die Hunde nicht nach „Alter“ oder der Rasse sortiert, sondern nach dem Entwicklungsstand: Wer zu erwachsen (oder zu rüpelig) für die Welpengruppe war, rückte auf in die Junghundegruppe. 
In den kleinen Gruppen (5-8 Hunde) lernte klein und groß vernünftig miteinander zu interagieren, sodass auch der schüchterne Mopswelpe mit dem großen Setter toben konnte. 

Natürlich gibt es auch Hunde, die anders ticken, für die wäre so eine Welpengruppe purer Stress. Deshalb sollte man vorab IMMER ein Gespräch mit der Hundetrainerin oder dem Hundetrainer führen. Wenn es ein guter Ansprechpartner ist, wird er bemüht um eine Lösung sein und höchstwahrscheinlich auch eine Lösung finden, bei der ihr euch alle wohlfühlt.  Ist er das nicht, ist es vielleicht einfach nicht die richtige Hundeschule für euch. 

Vorher selber anschauen

Mein Tipp: Schaut euch alles in Ruhe an, besucht ohne Hund mal einen Kurs, schaut wie gearbeitet und mit den Hunden umgegangen wird und verlasst euch auf euer Bauchgefühl. Kein Trainer ist allwissend, nehmt das mit, was ihr für richtig haltet und findet euren Weg! 

Bis bald, 
Kaddie (deren Bauchgefühl „unsere Hundeschule“ gefunden hat) & Mila (die dort jeden Samstag herumtollt)

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