Tut-Nixe und die Sache mit der Rücksicht...

Tut-Nixe und die Sache mit der Rücksicht...

Ich hätte nie gedacht, dass es tatsächlich mal notwendig ist, dass ich so einen Artikel schreibe. ?Aber meine letzten Erlebnisse mit einem "Urlaubsgast" in einem Wartezimmer beim Tierarzt haben mir gezeigt, dass viele Menschen es scheinbar nicht besser wissen.

Wir, also ich und ein 40 kg Schäferhund, der auf Grund seiner Vorgeschichte nicht mit jedem Hund verträglich ist, waren zu einer Untersuchung mit Termin beim Tierarzt. Da es nun mal der Tierarzt ist, wo theoretisch jeder Hund eine Krankheit haben könnte und ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass jeder Hund bei seinem Besitzer bleibt, blieb der Maulkorb daheim. Beim Tierarzt verkrochen wir uns im "Hundewartezimmer" in eine Ecke, das große Schäfertier saß zwischen meinen Beinen und guckte gespannt dem Treiben in der Praxis zu. Besucher kamen und gingen, die "Katzen- und Kleintierwartezimmer" füllten sich genauso wie das Hundewartezimmer.

Dann allerdings kam es, wie es kommen musste: Eine Dame betrat die Praxis und um sie herum wuselten 3 kleine – mittelgroße Hunde. Zu meinem Schrecken trug keiner der dreien eine Leine. ?Die Hoffnung, dass die drei wenigstens aufs Wort hören würden oder gleichgültig anderen Tieren gegenüber wären zerplatzten, als einer von dem Trio ins Katzenwartezimmer verschwand und dort kläffend und herum springend eine Katzenbesitzerin und ihre Mieze in der Transportbox zur Verzweiflung brachte.

Die anderen Beiden waren gerade dabei, denselben Weg einzuschlagen, als Frauchen endlich bei der Anmeldung fertig war und ihre Hunde "zurückrief". ?Wobei von zurückrufen kaum die Rede sein konnte, denn sie säuselte nur "Milly, lass die böse Katz' in Ruhe und komm mal hier ins Wartezimmer hallo sagen."

Klein Milly tapste – nach der dritten Aufforderung – auch artig dem Frauchen hinterher und steuerte ziemlich zielstrebig direkt auf uns zu. ?Da ich wusste, dass mein großer Schäferhund dem kleinen, wuselig-rotzfrechen Ding Manieren beibringen würde und dann das Geschrei wieder groß wäre, teilte ich der Besitzerin mit, dass das keine gute Idee sei. ?Mehr als ein "Ach, der tut doch nichts..." bekam ich nicht als Antwort.

Während ich nun also gleichzeitig versuchte, den kleinen "Tutnix" fernzuhalten und dem großen Schäferhund unter der Bank klar zu machen, dass ICH das Tutnix-Problem löse, holten sich "Bella" und "Mogli" im restlichen Wartezimmer eine Bindehautentzündung, eine Mandelentzündung, Milben und einen schicken Cut an der Nase bei dem Versuch "Hallo zu sagen" ab.

Nachdem eine TFA endlich ein Machtwort gesprochen hatte, schaffte die Besitzerin es nach einiger Zeit mehr oder weniger ihr Trio einzusammeln und bei sich zu behalten. ?Leider war keine Spur von Leinen – oder gar Einsicht zu entdecken. 

Nun also meine Bitte an euch alle: Ist irgendwo ein angeleinter Hund, dann behaltet eure Hunde bei euch, es sei denn Kontakt ist abgesprochen.

Insbesondere beim Tierarzt gilt aber: Mein Hund bleibt an kurzer Leine bei mir; Es könnte nämlich sehr gut sein, dass das Gegenüber eine ansteckende Krankheit hat. Oder unverträglich ist. Oder schlichtweg verletzt ist, und sich schonen muss. Viele Hunde haben auch große Angst bei einem Tierarztbesuch und reagieren dort ganz anderes, als sie es im Normalfall tun würden. ?Sollte Kontakt erwünscht sein, kann man das selbstverständlich kommunizieren, so gerät niemand in die Bedrullie seinen Hund "verstecken" zu müssen. 

Hoffentlich bleibt ihr und eure Vierbeiner lange gesund und müsst gar nicht im Wartezimmer sitzen. 

Bis Bald, Eure Kaddie & Mila.

tierarzthund

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